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Der Leistungsanalysator: Das Leistungsmessgerät für hochgenaue elektrische Messungen

 

Was ist ein Leistungsmessgerät?

Ein Leistungsmessgerät dient der Messung elektrischer Leistung, dem Produkt aus Spannung und Strom. Um diese zu messen und elektrische Verbraucher zu analysieren, werden Leistungsmessgeräte eingesetzt. Diese erfassen die Größen Strom und Spannung durch analoge sowie digitale Messtechniken.

Der Leistungsanalysator: Das hochpräzise Leistungsmessgerät

Speziellere Leistungsmessgeräte, die über extrem hohe Genauigkeit und eine Vielzahl an zusätzlichen Analysefunktionen verfügen, werden auch Leistungsanalysatoren genannt. Diese werden zur Bestimmung des Wirkungsgrades bei der Entwicklung von elektrischen Antriebskomponenten wie Elektromotoren oder Leistungsinvertern eingesetzt.

 

Unser Leistungsanalysator LK601 für präzise Messungen an Antriebsprüfständen

Das Mehrkanal-Leistungsmessgerät LK601 wurde speziell für den Einsatz an Antriebsprüfständen konzipiert. Entwicklung, Analyse und End-Of-Line-Testing wird damit deutlich vereinfacht. Mehr Informationen zu unserem Leistungsanalysator finden Sie hier.

Mehrkanal / 3 Phasen Leistungsmessgerät LK601
Leistungsmessgerät LK601

 

Wie genau sind Leistungsmessgeräte?

Genauigkeitsangaben von Leistungsmessgeräten sind hochkomplex und umfassen meist mehrere Seiten der Produktdokumentation. Die Genauigkeit ist dabei abhängig von der Frequenz, dem Leistungsfaktor und der Aussteuerung der Messbereiche. Es ist gängig, die Genauigkeit der Leistung bei einem Wert von 50Hz anzugeben. Eine Genauigkeit von <0,05% gilt dabei als einer der Werte, die gute Leistungsmessgeräte dort schaffen. Allerdings ist dies nur einer von vielen Werten, die die Genauigkeit eines Gerätes beschreiben. Es gibt zudem keine Standardisierung der Angaben. Welche Angaben gemacht werden ist Herstellerabhängig. Diese geben ihre eigenen Randbedingungen an. Darum ist auch die Reputation einer Marke besonders wichtig, da Kunden sich auf die Angaben des Herstellers verlassen können müssen.

Eine hohe Genauigkeit ist wichtig, da einzelne Änderungen am zu untersuchenden Prüfling oft nur marginal auffallen, aber einen enormen Effekt auf die Gesamteffizienz haben können, wenn man sie summiert. Außerdem werden technische Änderungen am Produkt nur Schritt für Schritt vorgenommen, so kann der Einfluss auf das Gesamtergebnis genau dokumentiert und kontrolliert werden. Eine saubere und nachvollziehbare Dokumentation ist für die spätere Bearbeitung essenziell, denn so können zukünftige Entwickler auf diesen Erfahrungen aufbauen und sich diese in ihrer eigenen Arbeit zunutze machen.

 

Die Anwendungsbereiche eines Leistungsmessgeräts

Was muss ein Leistungsmessgerät können?

Die wichtigste Eigenschaft eines Leistungsmessgeräts ist das Erfassen von Strom und Spannung. Die Geschwindigkeit der Erfassung und Verarbeitung der Daten ist hierbei abhängig von der Dynamik der Anwendung. Dazu ist es besonders wichtig, dass Leistungsanalysatoren dies höchst genau und reproduzierbar aufzeichnen. Das System muss in der Lage sein, kleinste Änderungen an der zu vermessenden Komponente (dem Prüfling) wahrzunehmen. Eine Wirkungsgradsteigerung von nur 0.5% kann so zum Beispiel in der Entwicklung von E-Motoren zu enormen Wettbewerbsvorteilen führen. Das System sollte auch Fehlerrobust sein. Sollte die Bedienung zu komplex sein, kann es gegebenenfalls zu falschen Einstellungen kommen die das Ergebnis der Messung verfälschen. Häufig wird der Bedienereffekt unterschätzt und es kommt zu Fehlmessungen.

Ein gutes Leistungsmessgerät sollte also die folgenden Eigenschaften aufweisen:

 

Mehrkanal / 3 Phasen Leistungsmessgerät LK601
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Leistungsmessgerät LK601
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Häufige Fragen zu Leistungsmessgeräten

Nach längerer Benutzung kann es durch Alterung und Einschaltzyklen (Thermozyklen) zum Driften der Bauteile kommen. Hierbei ist es Aufgabe der Qualitätssicherung zu überprüfen, dass die geforderten Genauigkeiten eingehalten werden. Kam es zum Driften, so bedeutet das gegebenenfalls eine Veränderung der Messwerte. Im Regelfall passiert dies im unteren ppm Bereich, aber auch hier summieren sich kleine Abweichungen schnell und können zu falschen Ergebnissen führen. Um weiterhin eine möglichst genaue Messung sicher zu stellen ist es daher unumgänglich, dass Geräte kalibriert werden müssen. Eine erneute Justierung der Geräte ist in der Regel nicht nötig.

Die Abstände zur Kalibrierung sind abhängig von Gerät und Einsatzfeld. Bei einem sehr stabilen Gerät ist ein Zeitraum von 2 Jahren möglich. Andere sollten bereits nach einem Jahr erneut kalibriert werden. Kalibrierungsintervalle sollten also immer dem jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden.

Bei der Kalibrierung der Messgeräte wird zwischen einer DAkkS- und ISO-Kalibrierung unterschieden. ISO-Kalibrierungen werden nach DIN EN ISO 9001 durchgeführt, wohingegen eine DAkkS-Kalibrierung durch ein (akkreditiertes und) von einer Akkreditierungsstelle überwachtes Laboratorium durchgeführt wird. Diese Akkreditierung garantiert, dass die Kalibrierung nach strengsten Regeln und einem validierten Verfahren abläuft. Die dabei erstellten DAkkS-Kalibrierscheine werden weltweit anerkannt. Ein weiterer Vorteil des DAkkS-Kalibrierscheines ist die darin enthaltene Formel zur Bestimmung der Messunsicherheit. Mit ihrer Hilfe kann der Verwender des Messgerätes die abgelesenen Messwerte korrekt bewerten.

Bei der Messung von Leistung unterscheidet man zwischen elektrischer und mechanischer Leistung.

Die Messgrößen

  • Wirkleistung (Einheit W)
  • Blindleistung (Einheit var)
  • Scheinleistung (Einheit VA)

fallen unter elektrische Leistungen.
Für die Berechnung mechanischer Leistung ist ein Eingang für Drehmoment und Drehzahl erforderlich. Die eigentliche Messung dieser Werte erfolgt mit einer Drehmomentmesswelle.

Direkt gemessen werden Strom und Spannung. Nach der analogen Messung werden die Signale digitalisiert. Diese Werte werden dann in Echtzeit multipliziert und gemittelt. So wird die Wirkleistung errechnet. Das digitale Vorliegen der Messwerte ermöglicht auch die Berechnung anderer Messgrößen. Digitale Daten bieten auch die Möglichkeit der Filterung der Werte.

Das grundsätzliche Messverfahren ist nicht von AC oder DC abhängig. Bei AC ist die gesamte Signalperiode zu beachten, da bei einem Sinus z.B. die Leistung sinusähnlich aussieht. Es ist aber unumgänglich die ganze Periode zu mitteln, da es sonst zu Schwebungen (Flackernde Messwerte) kommt. Das macht ein genaues Ablesen unmöglich. DC ermöglicht ein Ablesen der Leistung zu jeder Zeit.

Die Messwertübertragung zum PC erfolgt über Ethernet (LAN), USB oder andere gängige Kommunikations-Schnittstellen. Das Gerät ist in den meisten Fällen portabel.

Blindleistung: Blindleistung wirkt sich nicht auf die Energiebilanz des Systems aus. Sie muss aber trotzdem zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich um eine Pendelleistung, die auf Grund des wiederkehrenden Energieflusses nicht in der Energiebilanz verrechnet wird. Es ist nicht zwingend nötig, die Blindleistung klein zu halten, allerdings ist dies wünschenswert. Je größer die Blindleistung ist, desto stärker müssen die elektrischen Bauteile ausgelegt werden.

Wirkleistung: Wirkleistung wirkt sich, anders als Blindleistung, tatsächlich auf die Energiebilanz aus. Es ist die Leistung, die "wirklich" erbracht wird. Es ist ein effektiver Gewinn oder Verlust an Energie.

Scheinleistung: Scheinleistung beschreibt die Summe aus Wirk- und Blindleistung. Die Angabe der Scheinleistung lässt keinen Aufschluss darüber zu, ob tatsächlich viel oder wenig "echte" Leistung vorhanden ist, da sie den Anteil der Blindleistung nicht anzeigt. So kann eine hohe Scheinleistung mit hoher Blindleistung eine geringere Wirkleistung aufweisen als eine niedrige Scheinleistung mit niedriger Blindleistung.

Messen/Messtechnik: Die Messtechnik beschreibt den reinen Vorgang des Beobachtens und Notierens der entsprechenden Werte. Es erfolgt kein Eingriff ins System.

Steuern/Steuerungstechnik: Beim Steuern wird aktiv ins System eingegriffen (bspw. durch die Aufschaltung einer Spannung für einen gewissen Zeitraum). Man erhält dabei allerdings keine Rückkoppelung, die Aufschluss über den Einfluss des Eingriffs liefert. Steuerungstechnik wird immer dann eingesetzt, wenn das Verhalten des Systems sehr genau bekannt ist und keine nennenswerten Störeinflüsse zu erwarten sind.

Regelung/Regelungstechnik: Bei der Regelungstechnik wird, wie bei der Steuerungstechnik, aktiv ins System eingegriffen. Allerdings werden hier verschiedene Messgrößen zur Regelung rückgekoppelt, um die Auswirkungen des Eingriffs nachvollziehen zu können. Dementsprechend kann dann darauf reagiert werden und der Prozess präzise geregelt werden. Regelungstechnik ist eine Kombination von Steuerungs- und Messtechnik.

Im Bereich der Leistungsmessgeräte ist zu unterscheiden, in welchem Segment sie eingesetzt werden. Für den Endverbraucher sind "einfache" Leistungsmessgeräte, auch Wattmeter genannt, interessanter. Diese haben einen eingeschränkten Funktionsumfang und sind auch in ihrer Genauigkeit weniger präzise als hoch professionelle Geräte. Die Anwendungsbereiche für Wattmeter befinden sich besonders im Haushalt zum Aufspüren von "Energiefressern". Wattmeter sind recht simpel zu bedienen und eignen sich daher besonders für versierte Heimanwender, Elektriker oder Energieberater.

Leistungsanalysatoren unterscheiden sich insoweit vom Wattmeter, als dass sie deutlich genauer sind, mit größerem Funktionsumfang arbeiten aber auch um einiges komplizierter sind. Sie werden in professionellen Umgebungen zu FuE1-Tätigkeiten und dem EOL2-Testing eingesetzt. Die Techniker und Ingenieure, die diese Geräte an Prüfständen und in Laboren verwenden, verlassen sich auf die hochpräzisen Ergebnisse der Leistungsanalysatoren.

Daher sind die Daten von Wattmetern und Leistungsanalysatoren nicht vergleichbar, besonders da in professionellen Anwendungsbereichen absolute Synchronizität und bestmögliche Genauigkeit gefordert werden, was durch "einfache" Leistungsmessgeräte nicht gewährleistet werden kann.